Leinöl – Das gesunde Öl nicht nur für Saft

Leinöl und Leinsamen
Leinöl und Leinsamen

Da Vitamin A ja zu den fettlöslichen Vitaminen gehört, habe ich mir angewöhnt, meinen Karottensaft mit etwas Öl zu verfeinern. Am liebsten nehme ich dafür Leinöl. Dabei würden eigentlich, wenn es um die Verwertung der Vitamine geht, reichen, wenn ich ein oder zwei Tropfen in den selbstgemachten Karottensaft geben würde. Ich nehme aber meist ein oder zwei Teelöffel Leinöl. Warum? Weil Leinöl lecker und gesund ist und viele wertvolle Fette und vor allem auch Omega-3 enthält. Nicht umsonst gilt Leinöl auch als Omega 3-Kraftpaket. Und wenn jemand wie ich relativ selten Fisch isst, dann ist es nicht verkehrt, wenn diese Fettsäuren, die für den Körper wichtig sind, über andere Quellen gedeckt werden. In diesem Fall eben über etwas Leinöl im Karottensaft.

Omega 3 Fettsäuren haben eine positive Wirkung auf unser Herz-Kreislaufsytem und auch auf unsere Gelenke.

Fettsäuren im Leinöl

Im Leinöl sind gleich unterschiedliche Fettsäuren enthalten. Und das sollen sie auch noch in der – für uns und unsere Gesundheit – idealen Zusammensetzung tun. Enthalten sind:

  • Etwa zehn Prozent gesättigte Fettsäuren.
  • Etwa 18 Prozent einfach gesättigte Fettsäuren.
  • Etwa 72 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren teilen sich dann wiederum auf in

  • 12 bis 24 Prozent Omega-6-Linolsäure
  • 45 bis 70 Prozent Omega-3-Fettsäure Alpha Linolsäure

Besonders wertvoll wird das Leinöl auch hinsichtlich des optimalen Verhältnissen von Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren. Hier ist es wohl allen anderen Ölsorten, sogar Rapsöl und Olivenöl überlegen.

Weitere Inhaltsstoffe Leinöl – Nährwerte und Vitamine

Aber Leinöl besteht nicht nur aus Fettsäuren. Auch Vitamine kommen in dem kostbaren hochwertigem Öl vor. Diese ergänzen die Vitamine, die auch in der Karotte enthalten sind (Vitamine Karotten).  So ist Leinöl reich an Vitamin E und an Vitamin K. Andere Vitamine sind aber leider nicht enthalten. Und auch Spurenelemente wie Eisen, Kupfer etc. fehlen. Auch der Mineralstoffgehalt ist nicht sehr hoch.

Vitamin Das ist drin Unser Tagesbedarf Prozent
Vitamin E 5821,00 µg 12000 µg 48,5 %
Vitamin K 25,00 µg 70 µg 35,7 %

Vitamin K ist auch in den Karotten reichlich drin (100 Gramm Karotten decken unseren Tagesbedarf zu 67 Prozent). Als Vitamin E Lieferant wäre Leinöl unschlagbar – wäre nicht der hohe Kaloriengehalt. Aber selbst mit einem Esslöffel voll, erhält man immerhin noch eine gute Dosis.

In Leinöl kommt zudem Lignane vor. Das sind hormonartige Stoffe, die eine antioxidative Wirkung haben. Darüber hinaus zeigen Lignane eine antikarzinogene Wirkung, so dass sie einen präventiven Schutz vor Krebs bieten können.

Um nur mit Leinöl unseren Bedarf an Fettsäuren zu decken, müssten wir allerdings 40 bis 50 Gramm Leinöl zu uns nehmen. Das gelingt selbst mir mit meinem Karottensaft nicht. Mit ein bis zwei Esslöffeln Leinöl bin ich aber schon gut dabei. Übrigens kann man mit diesem Öl auch Quark anrühren. Ein Esslöffel Leinöl, das sind etwa 13 bis 15 Gramm. Außerdem verzehre ich täglich noch Walnüsse. Und auch die Walnuss zählt zu den Lieferanten wichtiger Fettsäuren. Meine Walnüsse kommen allerdings nicht in den Karottensaft, sondern ins Müsli.

 

 

Kalorien Leinöl

Nur Kalorienarm, das ist Leinöl wirklich nicht. 100 Gramm Leinöl haben 884 Kalorien. Ein Esslöffel Leinöl hat demnach, wenn der Esslöffel 15 Gramm Leinöl beinhaltet, 132 Kalorien. Also soviel Kalorien, wie das gesamte restliche Glas Karottensaft hat. Wer also abnehmen möchte und seinen Bedarf an ungesättigten und gesättigten Fettsäuren, an Vitamin D und Omega-3 schon anders deckt, sollte wirklich nur wenige Tropfen von dem leckeren und gesunden Öl verwenden.

Menge Leinöl Anzahl Kalorien
100 Gramm Leinöl 884 Kalorien
1 Esslöffel Leinöl / 15 Gramm 132 Kalorien
1 Teelöffel Leinöl / 5 Gramm 44 Kalorien
1 Gramm Leinöl 9 Kalorien
gerundete Werte

 

Weitere Eigenschaften von Leinöl

Leinöl ist relativ dickflüssig. Bei der Farbe kommt es doch sehr auf die Marke an. Meist ist es goldgelb, zumindest wenn es kalt gepresstes Leinöl ist und dieses sollte man auch verwenden. Der Geschmack von Leinöl ist nussig, leicht scharf.

Zum Braten und Kochen sollte man Leinöl nicht verwenden. Das Erhitzen wird dieses Öl nicht überstehen. Gut geeignet ist Leinöl eben für Gemüsesäfte oder auch zum abschmecken. So kann man auf eine fertige Cremesuppe durchaus ein paar Tropfen Leinöl geben. Leinöl passt zudem gut zu Quark, Fisch und Käse.

  1. Bestseller Nr. 2
  2. Bestseller Nr. 3
    manako BIO Leinöl human, kaltgepresst, 100% rein, 750 ml
    Preis: 14,99€
    Zuletzt aktualisiert am 14.12.2018
  3. Bestseller Nr. 4
  4. Bestseller Nr. 5
    Alnatura Bio Leinöl, 6er Pack (6 x 250 ml)
    Preis: 13,74€
    Zuletzt aktualisiert am 14.12.2018

Leinöl ist ein sehr empfindliches Öl – Haltbarkeit

So lecker und gesund Leinöl ist, so empfindlich ist es auch. So reagiert Leinöl auf Luft und auch auf Licht und Wärme. Leinöl verändert, einmal angebrochen, daher auch recht schnell den Geschmack. Es kann, falsch gelagert, dann auch bitter und ranzig werden. Eine angebrochene Flasche Leinöl sollte man daher am besten in der gut verschlossenen Flasche im Kühlschrank lagern.

Leinöl länger lagern

Leinöl Flaschen in verschiedenen Größen und Materialien.
Leinöl Flaschen in verschiedenen Größen und Materialien.

Ich kaufe meist eine 250ml Flasche Leinöl und komme damit einen Monat gut hin. Viel länger sollte man eine angebrochene Flasche mit Leinöl selbst im Kühlschrank auch nicht lagern, denn dann wird das Öl doch ranzig bzw. verändert schon mal den Geschmack. Es gibt auch noch 100ml Flaschen bzw. Dosen, die natürlich vom Preisleistungsverhältnis dann nicht mehr so attraktiv sind. Wer schon aus diesem Grund lieber zu einer etwas größeren Flasche Leinöl greifen möchte (und manchmal gibt es die 250ml Flaschen auch gar nicht), kann das Öl auch im Tiefkühler lagern. Leinöl hat einen sehr niedrigen Schmelzpunkt und bleibt damit auch im Tiefkühlfach flüssig. Damit verlängert sich die Haltbarkeit der angebrochene Leinölflasche auf mehrere Wochen.

Haltbarkeit Leinöl

Selbst original verpacktes, noch ungeöffnetes Leinöl, hält nur wenige Monate. Einmal geöffnet sollte die Flasche mit Leinöl dann möglichst kühl gelagert werden.

Folgende Haltbarkeit gilt dann:

Aufbewahrungsort Zeitrahmen Haltbarkeit
Ungeöffnete Flasche, im Schrank Siehe MDH auf dem Etikett
Geöffnete Flasche Raumtemperatur wenige Tage
Im Kühlschrank drei bis vier Wochen
Im Tiefkühlfach acht bis zehn Wochen

Abweichungen möglich. Ich habe auch schon Leinöl aus dem Kühlschrank nach fünf Wochen problemlos genießen können. Und beim Tiefkühlfach war die Flasche nach zehn Wochen schlicht leer, so dass der Test abgebrochen werden musste.

Leinöl Gesundheit

Ob man Leinöl nun gleich als Lebenselixier ansehen muss, darüber lässt sich sicherlich streiten. Das Öl aus Leinsamen hat aber unbestritten viele gute Einflüsse auf unsere Gesundheit. Leinöl wird sogar nachgesagt, vorbeugend gegen Krebs zu wirken, aber selbst wenn man sich auf die Beschwerden konzentriert, bei denen Leinöl traditionell verwendet wird, kommt eine beachtliche Liste zusammen:

  • Allergien
  • Trockene Haut
  • Rissige Haut
  • Neurodermitis und andere Hauterkrankungen
  • Magen- und Darmprobleme
  • Verstopfung
  • Senkung des Cholesterinspiegels
  • Senkung des Blutzuckers (Gut bei Diabetes bzw. zur Vorbeugung)
  • Für die Herzgesundheit
  • Für die Linderung der Symptome in den Wechseljahren
  • Zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems

Leinöl und Quark

Quark mit Leinöl ist eine Zubereitungsart für Quark in je nach Rezept verschiedener Kombination mit Leinöl.
Leinöl, Quark, Pellkartoffeln.

Insbesondere in der Lausitz, Sachsen und in Schlesien wird Leinöl in milchhaltigen Speisen wie Quark (Quark mit Leinöl) mit Kartoffeln oder Pellkartoffeln, Gurkensalat oder sauren Hering in Sahnesauce verwendet. Als traditionelles (und sehr leckeres) Arme-Leute-Essen gilt zum Beispiel auch Quark und Leinöl auf zerdrückten Pellkartoffeln. Im ERzgebirge gibt es eine Variante (insbesondere für die Bergleute), bei der zu Quark mit Leinöl noch Butter, Blut-wurst und Leberwurst gereicht werden. Bei der Berliner Variante kommen noch marinierter Hering und Pellkartoffeln dazu. Durch die Ölschicht auf den Milchspeisen werden diese nicht so schnell sauer, ein Umstand, der früher im Sommer intensiv genutzt wurde. In der Lausitz (hier kommt auch das Lausitzer Leinöl her) gibt es eine Spezialität, bei der Brötchen in Leinöl und Zucker getunkt und dann verzerrt werden.

Leinöl gibt es auch als Kapseln.